THEES UHLMANN & BAND
08.11.2013 - Alter Schlachthof, Dresden
Drei Landstriche, die viel gemeinsam haben: Viel Platz. Viel Zeit. Viel
Verheißung auf ein größeres, wilderes und vielleicht auch besseres
Leben, das hinter dem Horizont wartet. Hier kann man seine Stimme
trainieren, mit der man sich Gehör verschafft. Und hier kann man
unbeeindruckt von Trends und Szene-Spielregeln seinen Weg finden.
Es ist sicher kein Zufall, dass viele bedeutende Rockmusiker fern der
Metropolen lebten, als sie sich und ihren Sound fanden. Kleiner Ort und
großes Herz Ende der Siebziger wurde dafür der Begriff Heartland Rock
geprägt. Das hatte zunächst einen geografischen Bezug: Heartland
bezeichnet die küstenfernen, kleinstädtisch geprägten Gegenden in der
Mitte der USA. Doch es schwang noch viel mehr mit: Eine gewisse
Hemdsärmeligkeit. Ein soziales Bewusstsein in Text und Tat. Und nicht
zuletzt eine musikalische Offenheit, die Rock mit Blues und Soul
verband, sich bei Country und Americana bediente. Einerseits sehr karg
und introspektiv, anderseits gerne auch mal das volle Programm mit Pauke
und Trompete, Sax und Orgel. Heartland ist ein geografischer Ort, ein
emotionaler und auch ein künstlerischer. Bruce Springsteens Heartland
ist New Jersey, das von Conor Oberst Nebraska. Und Thees Uhlmanns
Herzland heißt Niedersachsen:
Hier komm ich her, hier bin ich geboren